Unternehmensverkauf in Corona-Zeiten

Welche Auswirkungen hat die COVID-19 Pandemie auf den Kauf bzw. Verkauf von Unternehmen? Diese und viele weitere spannende Fragen wurden im Rahmen der online Veranstaltung zum Thema „Unternehmensverkauf in Corona-Zeiten“ von einem hochkarätigen M&A-Experten-Team debattiert. Unser Partner und Projektleiter Sebastian Wissig war Teil der Gesprächsrunde. Folgend die wichtigsten Erkenntnisse der Runde

Es gibt mehr Interessenten pro Projekt

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer seitens der Moderatoren Gerald Link von Stabwechsel und Peter Hertweck vom Nachfolgerforum beleuchteten die Experten eine Reihe fachspezifischer Fragen wie z. B. die aktuelle Situation am M&A-Markt für zum Verkauf stehende mittelständische Unternehmen. Schnell wurde deutlich, dass die Lage am Markt gar nicht so schlecht zu sein scheint wie von vielen derzeit vermutet. Durch die geringere Anzahl zum Verkauf stehender Unternehmen am Markt steigt das Interesse der Investoren und es werden regelmäßig höhere Kaufpreisangebote im Vergleich zum „Vorpandemiejahr“ 2019 abgegeben. Das bewirkt außerdem, dass es pro Projekt mehr qualifizierte Interessenten gibt, wobei der Effekt branchenspezifisch sehr unterschiedlich stark ist. Besonders Software- und Digitalisierungsmodelle sind gefragt, weil große strategische Investoren durch Transaktionen nicht einfach nur Umsätze und Marktmacht „einkaufen“ wollen, sondern der Fokus auf der inhaltlichen Weiterentwicklung des Geschäftsmodells liegt, um wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. sich Vorteile zu verschaffen. Auch die Nachfrage an Unternehmen aus dem Bau und Handwerk ist gestiegen und bestätigt die gute Ausgangslage für viele Unternehmer, das Thema Nachfolge jetzt anzugehen.

Verkaufen oder Abwarten?

Doch die Marktsituation ist nicht für alle Unternehmen gleich. Es gibt Branchen, die laut der Experten deutlich mehr von der Krise getroffen sind. Hier zählen unter anderem die Gastronomie oder die Veranstaltungsbranche. Besonders bei solchen Unternehmen stellt sich die Frage, wie mit Umsatz- und Ertragseinbrüchen umgegangen werden sollte. Verkaufen oder lieber doch noch ein paar Jahre abwarten bis das schlechte Geschäftsjahr aus der Betrachtung fällt? Nach Einschätzung der Runde kommt es auf die Einzelsituation der Unternehmen an. Es kann gute, vor allem operative, Gründe geben mit dem Prozess zu warten. Ein Abwarten bei Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen – trotz leicht schwankender Finanzen – ist jedoch keine gute Idee. „Gerade jetzt zeigt sich ein Verkäufermarkt für Unternehmenstransaktionen. Langes Warten würde dem eigenen Unternehmen eventuell eher schaden.“ erläutert Sebastian Wissig. Es wird empfohlen, die Finanzen des Unternehmens noch stärker als ohnehin schon mit ausführlichen Erläuterungen zu versehen und auf die Gründe für eventuelle Rückgänge einzugehen. Auch sollten die Zahlen nicht „beschönigt“ werden, da sich dadurch Differenzen in der Bewertungsvorstellung zwischen Verkäufer und Käufer nach hinten verlagern, wenn beide Seiten schon viel Zeit und Geld in den Prozess investiert haben.

Es bleibt jedoch zu untermauern, dass die Situation jedes Unternehmens in der aktuellen Situation unterschiedlich ist und es daher ratsam ist, sich die Expertise und Erfahrung eines professionellen Beraters einzuholen. Denn mit einem erfahrenen Experten an der Seite können Unternehmer fundierte und nachhaltige Entscheidungen treffen.

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